(K)ein Interview mit einer Muslimin

Für seine Artikel-Reihe „Religionen an der Uni“ hatte die Studenten-Zeitung „BUZe“ eine zum Islam konvertierte Studentin interviewt. Hauptthema war das Kopftuch, worüber die Redaktion die Interviewpartnerin auch im Voraus informierte.

„Unsere Interviewpartnerin, die selbst Kopftuch trägt und mit einem Muslim verheiratet ist, beschrieb sich im Gespräch als emanzipiert und gleichberechtigt. Eine Abschrift des Interviews wurde von ihr autorisiert. Kurz darauf jedoch zog sie die Freigabe aus fadenscheinigen Gründen zurück“ so die Redaktion auf der BUZe-Website.

Plötzlich wollte die Muslimin also um jeden Preis verhindern, dass das Interview erscheint, welches laut Redaktion auch „heikle Passagen“ enthält. Schließlich meldete sich ihr Ehemann bei der Redaktion und forderte, „sämtliche Aufzeichnungen zu vernichten und schriftlich zu bestätigen, dass das Interview in keinem Fall erscheint. Dieser Anruf, so der Mann wörtlich, könne „ruhig als Drohung“ aufgefasst werden.“

Man verzichtete also auf den Abdruck, auch um die Interviewpartnerin nicht „bloßzustellen oder ihr Probleme zu bereiten“. Im Blog der Zeitung wird darüber nun heftig diskutiert.

Tja, schade so etwas. Da hat man wohl wieder mal eine Chance vertan, zur interreligiösen/interkulturellen Verständigung beizutragen. Aber immerhin können wir an dieser Stelle auf die BUZe-Interviews mit einem Christen und mit einer Jüdin hinweisen.

Auch nicht uninteressant in diesem Kontext, unser Interview mit Henryk M. Broder vom November 2006, aus dem u.a. das folgende Zitat über die muslimische Gesellschaft stammt:

„Diese (muslimische) Gesellschaft hat keine Zeit, sich technischem, gesellschaftlichem, kulturellem Fortschritt zu widmen, weil sie damit beschäftigt ist, die weibliche Hälfte der Gesellschaft zu unterdrücken und in diesem Schema von Ehre und Schande auszuharren.“

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