Klaus Stuttmann

Ich will keinen Politiker kennenlernen

Klaus Stuttmann gehört zu den wichtigsten Karikaturisten in Deutschland. Im ausführlichen Interview spricht er über Merkels Mundwinkel, Steinbrücks Augen, politische Witzfiguren, sinkendes Niveau, die Zukunft seines Berufes und wie einst das Faxgerät für eine Revolution sorgte.

Klaus Stuttmann

© Planet Interview

Herr Stuttmann, Sie empfangen uns für dieses Interview um 12 Uhr mittags – sitzen Sie um diese Uhrzeit nicht normalerweise an einer Karikatur für die Zeitung von morgen?
Klaus Stuttmann: Nein, damit fange ich meistens erst um halb zwei an. Redaktionsschluss ist um halb fünf.

Dann haben Sie aber nur drei Stunden.
Stuttmann: Ja, das wird manchmal ein bisschen hektisch. Aber ich versuche meistens auch, etwas in Reserve zu haben. Ich arbeite viel nachts, da überlege ich mir, welche Themen in nächster Zeit relevant sein könnten und habe vielleicht auch schon eine Idee. Dann kann ich am nächsten Tag sehr entspannt um halb zwei anfangen, denn wenn mir nichts einfällt, habe ich immerhin diese Idee inpetto. Stressig wird es erst, wenn ich um halb vier noch keinen Einfall habe.

Wie schnell können Sie eine Karikatur zeichnen? Sind manche auch Fünf-Minuten-Werke?
Stuttmann: Nein, fünf Minuten eigentlich nicht. Die reine schwarz-weiß Zeichnung kann auch mal in einer viertel Stunde fertig werden, aber dann muss es eine einfache Zeichnung sein, mit nur wenigen Figuren. Allein die Anhäufung der Striche braucht ja Zeit. Und mittlerweile mache ich ja auch farbige Versionen, da dauert alles ein bisschen länger.

Wie lange brauchen Sie für die Bundeskanzlerin?
Stuttmann: Die Frau Merkel zeichne ich in einer Minute, das ist kein Problem. Aber ein unbekanntes Gesicht, das man zum ersten Mal zeichnen muss, das die Leute noch nicht so gut kennen, das muss dem Original relativ ähnlich sein. Da probiert man viel aus und das braucht Zeit.

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Wovon lassen Sie sich inspirieren? Durch Fernsehen, Zeitung, Freunde?

Stuttmann: Ich arbeite eigentlich nur mit dem Internet. Das ist immer das Aktuellste. Ich schaue nach, wo gerade die Tendenzen hingehen, was relevant ist und als Schlagzeile morgen in der Zeitung sein könnte. Bestimmte Internetseiten besuche ich regelmäßig – und wenn die gerade alle unterschiedliche Schlagzeilen haben, dann ist es immer unheimlich schwer herauszufinden, was am nächsten Tag in den Medien sein wird. Ich muss ja immer von dem ausgehen, was die Leute mitkriegen und gerade im Kopf haben, wenn sie meine Karikatur sehen. Und manchmal bin ich da auch auf dem falschen Dampfer.

Schauen Sie sich auch an, was Ihre Kollegen zeichnen?
Stuttmann: Ja – aber natürlich erst hinterher. (lacht) Das interessiert mich schon, an welchen Themen die arbeiten.

Angesichts der witzigen Pointen Ihrer Karikaturen könnte man sich auch gut vorstellen, dass Sie da nicht im stillen Kämmerlein drauf kommen, sondern während Sie sich mit Freunden unterhalten, wo man gemeinsam ein bisschen rumwitzelt…
Stuttmann: Kann sein, dass es Karikaturisten gibt, die so arbeiten. Doch bei mir läuft das nicht so, auch bei vielen meiner Kollegen nicht. Die sind alle zu Hause in ihrem Kämmerlein, schauen sich die Nachrichten an und probieren, ihren Senf dazu zu geben.

Statt Papier und Bleistift benutzen Sie ein Tablet zum Zeichnen. Ist das ein ganz anderes Gefühl oder ist es das Gleiche wie analog, nur praktischer?
Stuttmann: Ich kenne das andere Gefühl kaum noch, ich zeichne ja schon seit 13 Jahren nur noch am Tablet. Und wenn jemand ein Original kaufen möchte, muss ich ihm immer umständlich erklären, dass es bei mir keine Originale gibt. Ich mache dann Ausdrucke und signiere die, das ist dann wie früher eine Druckgrafik.

Manche Illustratoren beschreiben das Gefühl beim Zeichentablet so, als hätte man ein Kondom über dem Bleistift.
Stuttmann: Es fällt den meisten schwer, auf so einer glatten Fläche zu arbeiten und nicht das kratzige Papier zu haben. Bei mir ist es umgekehrt: Ich bin Autodidakt, ich habe nie eine grafische Ausbildung gemacht und ich hatte immer fürchterliche Schwierigkeiten mit der Feder und dem Papier zurechtzukommen. Es hakte immer, es lief nicht, x-Mal habe ich den Federhalter vor Wut an die Wand geschmissen. Und als das Tablet auftauchte war das für mich die Erleuchtung. Seitdem kann ich besser zeichnen.

Zeichnen Sie Angela Merkel jedes Mal neu oder gibt es eine Vorlage, die Sie in Ihrem Tablet gespeichert haben?
Stuttmann: Nein, ich zeichne Sie immer neu. Das sind schon beinahe Signaturen. Personen, die ich öfter zeichne, die kann ich auch auswendig: den Steinbrück, den Sarkozy, oder den Westerwelle.

Was ist das Gegenteil von auswendig?
Stuttmann: Das man sich noch einmal eine alte Zeichnung nimmt und schaut, wie man die Person gezeichnet hat.

Und sich ein Foto der Person danebenlegen?
Stuttmann: Nein, das macht man nur, wenn es jemand Neues ist. Es kommt aber auch manchmal vor, dass ich plötzlich unzufrieden bin. Letztens habe ich mir den Obama mal wieder hingelegt, weil ich nicht ganz zufrieden damit war, wie ich ihn zeichne. Ich habe ihn mir nochmal auf Fotos angeschaut und mich gefragt: „Warum stimmt es nicht, was du gemacht hast?“

Welches Detail war falsch?
Stuttmann: Ich habe ihn immer mit hängenden Augenlidern gezeichnet. Doch in Wirklichkeit sieht man seine Augen viel mehr. Ich glaube, das war der Fehler. (lacht)

Wie gehen Sie vor, wenn Sie sich einem Politiker erstmals grafisch annähern?
Stuttmann: Es gibt Kollegen, die sind darin einfach genial. Zum Beispiel die Schnellzeichner auf der Straße, da gibt es immer wieder Leute, die können das richtig gut. Die erkennen sofort, was das Entscheidende ist.
Ich persönlich bin kein großer Zeichner und gehe da etwas wissenschaftlicher ran. Ich schaue mir das Gesicht an und gehe eine Liste durch, die ich in meinem Kopf abhake: Starke oder weniger starke Augenbrauen? Blaue oder braune Augen? Sind die Augen auseinander oder stehen die eng zusammen? Dann der Abstand der Augen zu den Augenbrauen, die Länge der Nase und so weiter. So komme ich relativ schnell auf einen Kopf, der der Person schon ähnlich sieht. Und dann arbeite ich an den entscheidenden Merkmalen: Was sollte man rausstellen und was kann man weglassen? Jeder Karikaturist hat am Ende ein anderes Ergebnis und trotzdem ist eine Ähnlichkeit zu der Person da.

Zitiert

Ich bemühe mich, möglichst nicht gegen meine eigene Meinung oder meinen Willen zu zeichnen.

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Können Sie sich noch erinnern, wie Sie das erste Mal Angela Merkel gezeichnet haben?
Stuttmann: Ja, da war sie noch das Mädchen von Kohl und sah noch ganz anders aus, auch als Karikatur. Inzwischen hat sie sich natürlich entwickelt – und die Karikatur entwickelt sich mit. Teilweise entwickeln sich die Politiker ja auch entsprechend den Karikaturen.

Wie meinen Sie das?
Stuttmann: Wenn man zum Beispiel eine Karikatur von Heiko Sakurai anschaut und das mit Angela Merkel vergleicht, dann denkt man schon: „Ja, die sieht so aus, wie er sie zeichnet.“ Bei mir genauso, mir haben schon viele gesagt, dass Merkel immer mehr meiner Karikatur von ihr ähnlich sieht. Damit meine ich nicht, dass sie als Person in der Realität immer mehr zu einer Karikatur wird, sondern ich meine das, was sich im Kopf des Betrachters abspielt.

Was würden Sie denn aus dem Stegreif sagen, sind die prägenden äußerlichen Merkmale von Peer Steinbrück?
Stuttmann: Wichtig sind die blauen Augen. Die Nase ist nicht so auffällig, aber der Mund… Da sind sich Merkel und Steinbrück ähnlich, beide haben die nach unten hängenden Mundwinkel. Steinbrück hat aber ein bisschen mehr Unterlippe, Merkel hat gar keine. Er hat nicht viel Augenbrauen, deswegen lasse ich die meistens ganz weg. Und sein Kopf ist relativ birnenförmig, das erinnert ein bisschen an Helmut Kohl.

Haben Sie Merkel und Steinbrück denn schonmal aus nächster Nähe gesehen?
Stuttmann: Nein, das will ich auch nicht. Also, aus nächster Nähe sehen ist ok, aber ich will sie nicht kennenlernen. Ich möchte möglichst gar keinen Politiker persönlich kennenlernen. Das ist ein Prinzip von mir. Die sind mir sonst vielleicht zu sympathisch und dann kann ich sie nicht mehr angreifen.

Sie nähern sich aus arbeitstechnischen Gründen keinem Politiker?
Stuttmann: Ja. Ich würde mich selbst als menschenfreundliche Person einschätzen und ich will niemandem etwas Böses. Ich bin auch sehr harmoniesüchtig und wenn ich jemanden persönlich kennenlerne, dann würde es mir schwerfallen, eine bösartige Karikatur zu zeichnen.
Mir ist das einmal passiert, als ich mit Hertha Däubler-Gmelin gesprochen habe. Die wollte für ihren Wahlkampf auf einem Regenschirm von verschiedenen Zeichnern eine Karikatur von sich und hat mich persönlich angerufen. Und dann kamen wir ins schwätzen: Sie ist Schwäbin aus Tübingen, ich habe in Tübingen studiert, bin selber auch Schwabe. Und dann schwätzt man und findet sich sympathisch.

Und dann mussten Sie eine Karikatur über sie zeichnen?
Stuttmann: Ja, zwei Tage später hat sie Bush mit Hitler verglichen. Sie musste noch vor der Wahl zurücktreten und ich musste dazu eine Karikatur machen. Da habe ich sofort gemerkt, dass es mir schwerer fällt, etwas Scharfes zu machen, als wenn ich sie nicht kennengelernt hätte. Deshalb möchte ich zu den Politikern eine gewisse Distanz wahren.

Merkel oder Steinbrück haben Sie also vermutlich noch nicht live gesehen…
Stuttmann: Nein, nur im Fernsehen. Ich komme auch nicht so viel unter die Leute.

Der Berliner Komiker Rainald Grebe hat mal ein Lied über den Bundespräsidenten gemacht und berichtete uns, er hätte dafür vor Ort im Schloss Bellevue recherchiert – am Tag der offenen Tür.
Stuttmann: Im Schloss Bellevue war ich sogar auch schon einmal. Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau hat damals ungefähr 30 Karikaturisten eingeladen. Wir saßen zusammen und haben danach noch eine zusammen geraucht, das war ganz lustig. Das war in dem Rahmen aber etwas Anderes, als wenn man jemanden persönlich kennenlernt.

Hat die anstehende Bundestagswahl irgendeinen merkbaren Einfluss auf Ihre Arbeit?
Stuttmann: Man konzentriert sich schon ein bisschen mehr auf die Kandidaten – aber eigentlich reagiert man als Karikaturist immer nur auf das, was passiert. Wir können keine Themen setzen. Der Wahlkampf ist natürlich ein großes Thema, deswegen müssen wir damit auch umgehen.

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Wie spannend ist es denn, nach der fünften Drohne nochmal eine Drohnen-Karikatur zu zeichnen?

Stuttmann: Das ist manchmal schon sehr schwer. Genauso wie die Zeichnungen zur Euro-Krise. Das geht ja seit Jahren und ist immer wieder dasselbe. (lacht)

Sie haben mal in einem Interview gesagt: „Als Karikaturist hoffe ich, dass die EU 2012 auseinander bricht.“
Stuttmann: Das habe ich gesagt? Echt? (lacht) Naja, das ist ja zum Glück an uns vorbeigegangen. Diese Aussage meint natürlich, dass wir von den Ereignissen und den Katastrophen leben. Insofern ist es immer gut, wenn etwas passiert. Aber prinzipiell bin ich nicht der Meinung, dass die EU auseinander brechen sollte.

Unterscheidet sich Ihre persönliche von Ihrer gezeichneten Meinung?
Stuttmann: Ich bemühe mich, möglichst nicht gegen meine eigene Meinung oder meinen Willen zu zeichnen. Man kann natürlich nicht zu jeden Thema eine ausgeprägte Meinung haben. Wenn man noch nicht ganz durchblickt, versucht man, sich eine vorläufige Meinung zu bilden und einen Gag zu finden. Ich bin nicht bei jeder Zeichnung gleichzeitig ein politischer Kämpfer für den Inhalt. Aber ich will auch nichts zeichnen, was ich für einen Quatsch halte. Und ich fühle mich mehr links und würde deshalb nicht für Rechte zeichnen.

Können Sie frei entscheiden, worüber Sie eine Karikatur zeichnen?
Stuttmann: Ja, da bin ich eigentlich immer frei. Die einzigen, die sich vorher melden, sind die Redakteure der „taz“. Die sagen mir, welche Themen sie gerade haben und ich habe dann die Wahl – aber auch dort könnte ich etwas ganz anderes machen.

Gibt es die Gefahr der Wiederholung?
Stuttmann: Ja. Und wenn ich merke, dass ich mich wiederhole, breche ich sofort ab. Allerdings vergisst man manchmal auch etwas. Einmal war es im November total warm, weshalb ich etwas mit Bezug zur Klimaerwärmung gezeichnet habe. Im nächsten Jahr habe ich die gleiche Zeichnung noch einmal gemacht, weil es im November wieder so warm war. Ich konnte mich nicht mehr dran erinnern. Doch als ich dann am Ende des Jahres wie gewohnt mein Jahrbuch zusammenstellte, dachte ich: „Mensch, das kennst du doch!“ (lacht) Es war wirklich der gleiche Gag. – Wobei ich auch sagen muss: Es hat sich deswegen niemand gemeldet oder aufgeregt.

Bei der Fülle an Karikaturen zum NSA-Spionagepgramm hatte man irgendwann den Eindruck, dass aus dem Thema Überwachung jeder erdenkliche Witz rausgeholt wurde…
Stuttmann: Im Moment könnte ich auch keinen mehr machen. Aber es braucht nur wieder eine andere Situation entstehen, dann kann man wieder etwas dazu zeichnen.

Ihnen wird also nie langweilig?
Stuttmann: Eigentlich nicht. Es gibt Themen, wo man denkt, es ist nicht mehr zu schaffen – gerade bei Griechenland oder der Eurokrise war es eine zeitlang so. Aber dann ist eben die Herausforderung, doch noch einmal etwas zu finden.

Träumen Sie von Ihren Karikaturen?
Stuttmann: Nein. Man hat ja genug andere Sorgen, von denen man träumt. Von den politischen Sachen träume ich nicht.

Aber wenn man Angela Merkel schon hundert Mal gezeichnet hat?
Stuttmann: Gerade deshalb träumt man nicht mehr davon, das hat ja eine gewisse Routine. Man träumt doch von Dingen, bei denen man Stress hat. Also, wenn ich die Merkel aus irgendwelchen Gründen nicht mehr hinkriegen würde, ja, dann würde ich wahrscheinlich Alpträume bekommen.

Wann haben Sie das letzte Mal einen Hitler-Vergleich gezeichnet?
Stuttmann: Das kann ich mich nicht erinnern… ich glaube bei Ahmadinedschad war es das letzte Mal. Oder warten Sie… Nein, das war bei Merkel, aber das war mehr als Zitat gedacht. Weil sie in den südeuropäischen Ländern immer mit Hitler verglichen wird, da habe ich ihr ein Bärtchen angemalt.

Tut man sich schwer mit Hitler?
Stuttmann: Nee. Aber Hitler-Vergleiche als solche mache ich nicht mehr gern. Das ist zu inflationär geworden: Hussein als Hitler, Gaddafi als Hitler… da ist ein bisschen Asche auf der Zunge. Langweilig.

Fürchtet man als Karikaturist den Kalauer, den zu platten Humor?
Stuttmann: Das ist Geschmackssache. Ich mache es so, wie ich denke und gehe manchmal auch an die Grenzen. Ich gehe von meinem eigenen Geschmack aus, von dem, was ich vertreten kann und versuche dabei nicht platt zu sein. Doch beim Publikum kommt es ja völlig unterschiedlich an, ich bekomme Zuschriften, wo drinsteht, „das können Sie nicht machen, das ist viel zu übertrieben“. Und andere sagen zur gleichen Zeichnung: „Wie langweilig!“

Sie haben einmal gesagt: „Ich konnte nie sonderlich gut zeichnen.“ Warum sind Sie dann Karikaturist geworden?
Stuttmann: Naja, manche Sportler können es auch nur einigermaßen, träumen dann vom Olympiasieg, opfern ihre Jugend und am Ende wurde es nichts. Trotzdem haben sie es probiert.
So ähnlich war das bei mir: Ich habe schon immer gerne gezeichnet, als Zehnjähriger große Karikaturen auf die Tapeten in unserer Wohnung. Und im Kunstunterricht war ich immer gut.

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Den Olympiasieg haben Sie ja schon als einer der wichtigste Karikaturisten Deutschlands.
Stuttmann: Ich wollte aber ursprünglich Künstler werden. Nur habe ich die Kunst irgendwann nicht mehr verstanden. Ich konnte mit der abstrakten Kunst nichts anfangen. Dann habe ich Kunstgeschichte studiert, weil ich dachte, dass ich ich sie vielleicht über die Theorie bzw. die Wissenschaft verstehen könnte. Während des Studiums bin ich dann Karikaturist geworden, aber weniger durch das Studium selbst, sondern durch die hochschulpolitischen und später allgemeinpolitischen Aktivitäten parallel zum Studium. Einer musste die Bleiwüsten politischer Flugblätter grafisch auflockern – so fing ich an. Zeichnen konnte ich zwar nicht so gut wie andere, viele Kollegen können das besser. Doch es geht bei der Karikatur ja nicht nur ums Zeichnen, sondern es kommt auch darauf an, dass man eine politische Situation durchschaut, den Knackpunkt findet und zusätzlich noch ein bisschen Humor hat.

Sie hatten immer viel Humor?
Stuttmann: Ich bemühe mich. Ich finde es schön, auch über schlimmste Sachen lachen zu können. Das habe ich von meiner Mutter.

Gibt es einen Politiker, der viel Humor hat?
Stuttmann: Das weiß ich nicht, ich kenne sie nicht persönlich. Wenn sie von ihrer Rednertribüne treten, sind sie ja oft ganz anders.
Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass Konservative, die ich eigentlich auf dem Kieker habe, mehr Toleranz und Humor im Hinblick auf Karikaturen haben, als so manche linke Politiker, die anscheinend so ein bisschen krampfig im Leben stehen. Wobei das jetzt sehr pauschal gesagt ist – wahrscheinlich gibt es diverse Gegenbeispiele.

Machen Sie aus Politikern Witzfiguren oder sind sie das schon?
Stuttmann: Man sagt ja oft: „Das sind Witzfiguren“ oder „Die sind ihre eigene Karikatur“. Aber wenn es wirklich Witzfiguren wären, dann hätten wir es schwer. Dann könnten wir unsere Arbeit bleiben lassen. Wir sind schon eher froh, wenn es Leute sind, die zumindest nicht sofort als Witzfigur erscheinen, damit wir welche draus machen können. Wir brauchen ja Arbeit. Und über irgendeine lustige Begebenheit eine Karikatur zu machen, ist sehr schwer. Hingegen aus ernsten, dramatischen Sachen einen Witz zu machen, das ist eine Herausforderung, das finde ich immer besser.

Kann eine Karikatur funktionieren, ohne die karikierte Person lächerlich zu machen?
Stuttmann: Nein, eigentlich nicht. Es gab und gibt sicher auch Karikaturisten, die die Köpfe nicht so verzerren und relativ naturalistisch zeichnen, und die dann den Witz eher aus dem Wort entwickeln. Aber für mich ist die Tradition der Karikatur sehr geprägt von der Persönlichkeitskarikatur. Das fing schon bei den Römern an, in Pompeji gab es Persönlichkeitskarikaturen als Wandkritzelei. Das gehört zur Geschichte der Karikatur und ich sehe mich in dieser Tradition.

Die karikierte Person lächerlich zu machen gehört also immer dazu?
Stuttmann: Das hat ja einen Hintergrund: Und zwar ist es die Möglichkeit, sich gegen autoritäre Strukturen, Machtstrukturen zu wehren und die entsprechenden Personen, die die Macht beanspruchen, auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen, ihnen die Aura des Übermenschlichen zu nehmen und sie als normale Menschen darzustellen. Einfach, in dem man über eine Figur, wie früher die Kaiser und Könige, plötzlich lachen kann. Das ist der Anfang von Widerstand. Das ist kein Selbstzweck, als Karikaturist hat es einen Sinn, sich über jemanden lustig zu machen.

Eine wichtige Funktion der Karikatur in der Gesellschaft ist also der Widerstand…
Stuttmann: Ja, für mich ist das Hauptschlagwort: antiautoritär zu sein. Und unter Autoritäten verstehe ich Mainstream, persönliche Autoritäten, Gesellschaftsstrukturen – alles was die Menschen tendenziell unterdrückt und ihnen die Sprache nimmt.

Welche Rolle spielt „political correctness“ für Sie?
Stuttmann: Ach, das ist so ein Schlagwort, genauso wie „Gutmensch“. Ein Kampfwort, das wird oft benutzt um etwas von vornherein ohne große Diskussion niederzumachen.

Könnte man zumindest sagen: Ein politisch korrekter Karikaturist hat den Beruf verfehlt?
Stuttmann: Ich habe als Karikaturist sicher nicht die Aufgabe, irgendeinen Politiker oder eine politische Situation schön zu reden. Meine Aufgabe ist immer, egal wer an der Macht ist, das kritisch zu hinterleuchten, mit ein bisschen Witz. Als Tendenz muss ich anecken. Dabei ist aber das Antiautoritäre wichtig für mich – und nicht die Frage nach dem korrekt oder inkorrekt.

Hätten Sie manchmal das Bedürfnis mehr zu einem Thema zu sagen, als in eine Karikatur passt? Also zum Beispiel einen politischen Kommentar zu schreiben?
Stuttmann: Nein, ich bin froh wenn ich das verkürzen kann. Außerdem können das andere viele besser, ich brauche ja oft schon für den Text in meinen Karikaturen mehr Zeit als für die Zeichnung an sich.

In der Politik gibt es verschiedene politische Lager – auch bei den Karikaturisten?
Stuttmann: Es gibt ein paar Kollegen, die Zeichnungen machen, welche ich so nicht machen würde. Und umgekehrt ist es genauso, bei mir gibt es Karikaturen, die die so nicht machen würden. Aber diese Lager sind nicht so deutlich erkennbar. Die meisten sind schon eher so wie ich: kritisch demgegenüber was gerade angesagt ist.

Das Duo Greser und Lenz hat zum Beispiel eine „griechische Fachkraft“ als „Mikis Schmieropoulos“ gezeichnet, die stereotype Vorstellung eines korrupten Griechen.
Stuttmann: So etwas würde ich nicht machen. Es ist sicherlich ein Thema und es ist real, dass es auch in Griechenland unheimlich viel Korruption gibt. Aber ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, den Griechen noch eins drauf zusetzen. Das macht die Springer-Presse und dort ging das wirklich bis hin zum Rassismus.

Meine Aufgabe ist es, genau dagegen zu halten, zu sagen: „Den ganz normalen Griechen geht es in der Mehrzahl miserabel – und das sind keine Faulenzer.“ Da bin ich dann schon engagiert, dafür zeichne ich.

Gibt es bei Ihnen bei bestimmten Themen eine Schere im Kopf?
Stuttmann: Eine Schere im Kopf hat man sowieso. Man kann nicht einfach zeichnen was man will. Man muss ja abgedruckt werden und darüber entscheiden die Redaktionen. Man muss abschätzen, wie weit man gehen kann – das ist dann schon die Schere im Kopf. Und ja, dann gibt es Themen, bei denen man etwas mehr aufpassen und sehr genau abwägen muss: Islam, Religion insgesamt und Israel.

Sie erwähnten ja die Motivation, antiautoritär zu sein. Nun ist die Kirche auch eine Autorität…
Stuttmann: Natürlich, ich habe auch schon viel zur Kirche gezeichnet. Aber da weiß ich eben, dass es sehr schnell Reaktionen von Lesern gibt. Und darauf nehmen die Redaktionen schon Rücksicht, weil die Abonnenten drohen, ihr Abo zu kündigen. Die Redaktion ist natürlich auch genervt, wenn sie ständig Leserbriefe beantworten muss, die denken sich dann: „Mensch, kann der Stuttmann da nicht was weniger Provokantes zeichnen? Dann haben wir unsere Ruhe!“

Gibt es viele unveröffentlichte Werke?
Stuttmann: Nein, viele nicht. Es gab umstrittene und auch welche, die abgelehnt worden sind. Doch ich arbeite ungern für die Schublade. Ich denke da ziemlich ökonomisch: Die Arbeit soll sich lohnen. (lacht)

Als Sie zur WM 2006 Irans Fußballmannschaft als Selbstmordattentäter-Kommando zeichneten, erhielten Sie Morddrohungen und sind untergetaucht. Welche inhaltlichen Konsequenzen hatte das für Ihre Arbeit? Haben Sie das Thema nicht mehr aufgegriffen?
Stuttmann: Doch, ich habe sofort weiter zu dem Thema gezeichnet, weil ich nicht klein beigeben wollte. Aber ich habe natürlich viel genauer darauf geachtet, ob man etwas missverstehen könnte. Die Zeichnung, die das Ganze provoziert hat, war ja ein reines Missverständnis.

Glauben Sie denn, dass die Gesellschaft insgesamt gelassener wird, dass vielleicht auch die Kirche eines Tages nicht mehr aufschreit, wenn jemand eine Karikatur über sie macht?
Stuttmann: Ich glaube, im Augenblick ist beinahe das Maximum an Gelassenheit erreicht. Wenn, dann wird es eher wieder schlimmer. Die katholische Kirche ist wegen dem Missbrauchsskandal in der Defensive, die wehrt sich gerade kaum. Vor zwei Jahren sind dermaßen harte Karikaturen gegen sie erschienen, die vorher nicht möglich gewesen wären.

Auch von Ihnen?
Stuttmann: Ja, ich habe zum Beispiel eine Kirche gezeichnet, wo der Kirchturm auseinander bricht und ein Pimmel rauskommt und das als „Coming out“ betitelt. Da kam von der Kirche keine Reaktion. Nur vom Land Rheinland-Pfalz, da haben eher die Politiker plötzlich Schiss gekriegt.

Und Sie meinen, die Gelassenheit nimmt eines Tags wieder ab?
Stuttmann: Zumindest wird sich die katholische Kirche wieder erholen, die hat sich schon immer wieder erholt, das ist ein Machtmonstrum wie nochwas. Beim Islam weiß man es nicht, aber ich vermute, wenn die islamische Gemeinde hier noch mehr Einfluss bekommt, wird man bei dem Thema wahrscheinlich ein bisschen vorsichtiger sein.
Dann weiß man aber auch nicht, was für soziale Umbrüche kommen. Irgendwann werden wir auch hier griechische Zustände haben, da bin ich ziemlich sicher.

Warum?
Stuttmann: Das ist so ein Gefühl, ích denke mir immer, dass wir hier auf so einer Blase schwimmen, während rundherum alles so schwierig ist. Das wird so nicht bleiben. Ich bin kein Experte, aber ich glaube nicht, dass unser relativer Wohlstand so erhalten bleibt.

Inwiefern hat sich die politische Karikatur verändert in den fast 40 Jahren, die Sie nun schon Karikaturist sind?
Stuttmann: Ich glaube, die Karikaturisten bemühen sich heute mehr als früher, wirklich witzig zu sein. Früher hat die politische Karikatur sehr von metaphorischen Bildern, zum Beispiel aus der griechischen Sage oder aus der christlichen Ikonographie gelebt, Pointen oder Gags waren da nicht so wichtig. Heute ist der Bildungsstand so weit gesunken, dass zumindest die jungen Leute keine Ahnung mehr von griechischer Mythologie und christlicher Ikonographie haben. Ich habe vor nicht langer Zeit mal in einer Karikatur das Motiv von Leda und dem Schwan mit Europa und Griechenland in Verbindung gebracht. Da hat mich die Redakteurin angerufen und gefragt, was ich da gezeichnet habe. Da war ich platt, dass nicht mal mehr eine Redakteurin etwas mit einem der gängigsten griechischen Götterbilder anfangen konnte.

Und der Karikaturist passt sich dem gesunkenen Bildungsniveau an?
Stuttmann: Natürlich, so etwas wie Leda und der Schwan funktioniert dann nicht mehr. Deshalb muss man mehr auf den Witz kommen. Was ich nicht falsch finde, nur ist es schade, dass diese Bilder aus dem gesellschaftlichen Gedächtnis allmählich verschwinden.

Sie erwähnten Ihr anfängliches Interesse für Kunst. Sehen Sie sich denn heute als Künstler?
Stuttmann: Ich bin mehr Journalist als Künstler. Es ist meine tägliche journalistische Arbeit, Stellung zu nehmen. Gleichzeitig werden wir natürlich auch als Künstler gesehen. Wobei Karikaturen-Originale auf dem Kunstmarkt keine Rolle spielen, mit Ausnahme von ganz wenigen Weltstars.

Ist der Beruf Karikaturist finanziell trotzdem attraktiv?
Stuttmann: Das ist ganz unterschiedlich. In den letzten 20, 30 Jahren hat sich in dem Berufsstand enormes verändert. Bevor es Faxgeräte gab, hatte jede Zeitung ihren eigenen Karikaturisten. Die saßen dann in den Redaktionskonferenzen dabei und haben daraus ihre Zeichnungen entwickelt. Per Post hätte das zu lange gedauert, die Karikatur wäre erst am nächsten Tag in der Redaktion und am übernächsten Tag in der Zeitung gewesen. Das hat sich durch das Faxgerät geändert.

Sie haben Ihre Karikaturen früher gefaxt?
Stuttmann: Ja, am Anfang habe ich sie persönlich zur Redaktion gebracht, mit der U-Bahn, dann kam das Fax und dadurch konnten die Zeichner plötzlich von zu Hause arbeiten.

Das Fax hatte doch miserable Qualität!
Stuttmann: Natürlich, aber die Zeitungen damals auch. (lacht) Ich habe etwa zehn Jahre lang mit dem Fax gearbeitet. Es bedeutete ja auch, dass man als Zeichner plötzlich die Möglichkeit hatte, verschiedene Zeitungen zu beliefern. Weshalb sich irgendwann keine Zeitung mehr einen festen Karikaturisten geleistet hat…

…und somit alle freischaffend wurden.
Stuttmann: Genau, und da hat sich dann herauskristallisiert, dass manche viel abgedruckt werden und andere weniger. Die Zahl der politischen Karikaturisten ist in den letzten Jahren sehr geschrumpft, ich schätze mal, dass nur 20 bis 25 allein davon leben können.

Ist der Druck bei Karikaturisten heute ähnlich stark wie Print-Journalisten?
Stuttmann: Der Druck ist auf jeden Fall gewachsen. Teilweise streichen die Zeitungen auch die Karikaturen, weil sie die unnötig finden. Sparen wollen sie ja alle.
Und es gibt keinen Nachwuchs. Wir sind alle relativ alt, da bin ich noch einer der jüngeren. (lacht)

Gibt es denn Lehrer?
Stuttmann: Nein, es gibt keine Ausbildung für Karikaturisten. Das hat es noch nie gegeben, das sind alles Autodidakten oder Quereinsteiger.

Und alles Männer.
Stuttmann: Ja, das stimmt, es gibt keine Frauen.

Warum?
Stuttmann: Da rätseln wir. Sobald drei Karikaturisten an einem Tisch zusammenkommen, wird dieses Thema angesprochen. Eine Ausnahme war Marie Marcks, die hauptsächlich für die „Süddeutsche“ und für „Die Zeit“ gezeichnet hat. Oder Barbara Henniger, aber die ist jetzt auch in Rente gegangen. Es gibt momentan ein paar Frauen, die aber nicht im tagesaktuellen Bereich arbeiten sind, zum Beispiel Bettina Bexte, Petra Kaster oder Kittihawk.

Nur 25, die davon leben können, kaum Nachwuchs – das sind ziemlich düstere Aussichten für Ihre Berufssparte.
Stuttmann: Ja, das ist eine unsichere Sache, genauso wie das ganze Zeitungswesen. Man muss auch versuchen, im Internet einen Platz zu finden. Die Karikaturisten haben ja inzwischen auch alle ihre eigenen Webseiten. Aber es kommt drauf an, ob in Zukunft auch die Online-Redaktionen mit den Karikaturen arbeiten wollen.

Was ist Ihre Prognose: Wird die Karikatur den Sprung in die Onlinemedien schaffen?
Stuttmann: In der Zeitung hat sie ja einen festen Platz. Doch wenn das jetzt alles ins Internet gestellt wird, kann es gut sein, dass sie bei manchen Zeitungen untergebuttert wird. Generell kann ich es mir aber schlecht vorstellen, dass das Medium der Karikatur abnippelt. Es kommt halt drauf an, inwieweit man sich durchsetzt. Ich probiere zum Beispiel seit ein paar Jahren, auch Animationen zu machen, um mit den ganzen bewegten Bildern im Internet mitzuhalten, die konnte man letztes Jahr auch im ZDF sehen. Und dann habe ich noch vor, Animationen zu machen, in denen man sieht, wie die Zeichnung nach und nach entsteht und am Schluss kommt die Pointe.
Aber da bin ich auch einer der wenigen, die so etwas ausprobieren. Die älteren Kollegen machen viel weniger mit dem Internet, das ist ihnen etwas fremd. Mir ist es das eigentlich auch, aber mein Sohn hält mich ein bisschen auf dem Laufenden.

Nehmen Sie Ihr Zeichen-Tablet mit in den Urlaub?
Stuttmann: Ja, da habe ich so ein tragbares.

Und dann zeichnen Sie nur aus Spaß?
Stuttmann: Nein, das mache ich auch für die Arbeit.

Sie nehmen Sie keinen Urlaub davon?
Stuttmann: Ich habe dieses Jahr eine Woche Skiurlaub gemacht. Nach dem ganzen Tag auf der Piste hätte ich abends noch eine Zeichnung für den nächsten Tag machen müssen – das habe ich mir geschenkt. Aber sonst arbeite ich auch im Urlaub. Ich hatte in diesem Sommer eigentlich auch geplant, in die USA zu reisen. Dort kann ich dann bis morgens um 9 Uhr eine Karikatur fertig machen, in Deutschland ist dann bereits Redaktionsschluss und dann habe ich ich den ganzen Tag frei.

Und so eine komplette Auszeit von mehreren Wochen?
Stuttmann: Nein, das geht nicht. Eine Woche ist kein Problem, aber wenn es länger wird, da entgehen mir ja auch die Finanzen, ich bekomme kein Urlaubsgeld. Früher beim „Tagesspiegel“, als ich noch keinen Vertrag hatte, da war ich einer von vielen und wenn du da mal zwei Wochen weg warst, hast du vier bis sechs Wochen gebraucht, um wieder reinzukommen. Diese Angst habe ich heute nicht mehr so, trotzdem erlaube ich mir keine längeren Auszeiten. Das ist zu riskant.

Eine Schlussfrage: Wenn das Leben ein Comic ist, welche Figur sind Sie?
Stuttmann: Da müsste ich überlegen. Wahrscheinlich eher so eine Uralt-Figur… Don Quijote. (lacht) Das ist ja auch eine Art Comic-Figur. Ich glaube, der würde mir am ehesten entsprechen.

4 Kommentare zu “Ich will keinen Politiker kennenlernen”

  1. klaus baum |

    Interessante Anmerkung von Herr Jeeves. Im Gegensatz zu ihm finde ich, dass Stuttmann Vieles auf den Punkt bringt. Treffend im Sinne einer notwendigen Kritik am täglichen neoliberalen Wahn.

    Antworten
  2. Jeeves |

    Als mir kürzlich jemand am Telefon so nebenbei den Tipp gab, mal Stuttman-Cartoons anzuschauen, die wären sehr witzig, tat ich das: …und musste bei keinem einzigen auch nur schmunzeln, geschweige denn lachen. Ich erkannte darin allerdings die Tradition der Tageszeitungs-Witze (damals noch in schwarz-weiß) aus den Fifties/Sixties, die in der Regel genau so platt und naheliegend waren.
    Dann recherchierte ich, wer eigentlich der mir bisher unbekannte Anrufer war, der mir diesen Stuttmann-Tipp gab und sah: ein Verfasser von zig Büchern à la “Die besten 222 Dirigenten-Witze” (und für alle anderen Berufe hat er auch solch’ Bücher gemacht. Die waren von gleicher – banalen – Qualität).

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  3. Simon |

    Schönes Interview. Kurze Anmerkung: Herr Grebe schreibt sich Rainald.

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    1. Jakob Buhre Artikelautor|

      Danke, schon verbessert!

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