Person: Pierre Gras

Der Publizist Pierre Gras wurde 1960 geboren, in jenem Jahr als die Nouvelle Vague mit den ersten Filmen von Jean-Luc Godard und François Truffaut das Kino revolutionierte. Über 40 Jahre später, bei der Vorbereitung einer Reihe mit Filmen des Regisseurs Harun Farocki, wurde Gras auf das deutsche Gegenwarts-Kino aufmerksam. Vor allem die mittlere und jüngere Generation von Arthouse-Regisseuren wie Christian Petzold über Maren Ade bis zu Christoph Hochhäusler stellte Gras in zahlreichen Texten seinen Landsleuten vor. Bald machte der Begriff der „Berliner Schule“, einer „Nouvelle Vague Allemande“ die Runde. Einige der dazu gezählten Regisseure fanden mit ihren Filmen bald mehr zu Zuschauer in den französischen, als in den deutschen Kinos. Mit seinem mittlerweile auch auf Deutsch beim Berliner Alexander Verlag erschienen Buch „Goodbye Fassbinder! Der deutsche Kinofilm seit 1990 “ verschafft der Franzose Pierre Gras nun auch den Deutschen einen Überblick über ihre Filmkultur, von kompromisslosen Außenseitern wie Romuald Karmakar, über herausragende Dokumentarfilmer wie Thomas Heise und Bettina Blümner, bis zu den Stars des kommerziellen Kinos wie Til Schweiger.

Film
Pierre Gras

Pierre Gras

2011 erschien das erste Buch über den Deutschen Film nach 1990 – von dem Franzosen Pierre Gras, langjähriger Mitarbeiter der Pariser Cinémathèque française. Nun ist auch die überfällige deutsche Ausgabe von "Good Bye, Fassbinder!" erhältlich. Im Interview spricht Pierre Gras über den Deutschen Filmpreis, die vermeintliche Krise des Deutschen Kinos, „Waisen-Filme“ und die Gräben zwischen kommerziellem und Kunstkino. weiter...