Isabel Soares

Leider keine Zeit mehr für die Schule

Die von BILD und Dieter Bohlen entdeckte Sängerin Isabel Soares über ihren Karrierestart, die Niederlage Corinna Mays in Tallin und ein unglückliches Date

Isabel Soares

© BILD

Hi Isabel. Kannst du zu Anfang vielleicht einfach noch mal beschreiben wie es überhaupt zu deiner Teilnahme am Vorentscheid des Grand Prix gekommen ist?
Soares: Das war eine ganz lustige Geschichte. Meine Mutter hatte für mich eine Bewerbung geschrieben, mit Photos und einer CD mit meinen Songs — ohne, dass ich es wusste. Irgendwann hat sie dann mal gesagt, es könne sein, dass jemand von der BILD-Zeitung anruft, und in dem Moment ging auch schon das Telefon. Ich konnte das irgendwie alles gar nicht glauben, zu dem Zeitpunkt war ich auch schon relativ weit, immerhin waren das 5000 Bewerberinnen. Das war echt der Hammer. Im Finale waren wir dann noch 37, die zu dem Casting eingeladen wurden. Ich war die vorletzte und musste fünf Stunden warten. Schließlich waren wir noch zu dritt, die ins Studio eingeladen wurden. Da mussten wir dann auch wieder singen und am Ende standen wir da, und ich war total aufgeregt. Dieter Bohlen meinte nur: "Die Kleine ist es." Für einen Moment war ich verwirrt, aber da ich die einzige war, die klein war… (lacht). Ich konnte es gar nicht glauben, und wusste gar nicht was ich sagen sollte. Das war schön.

Und was kam danach? Nun hieß es ja, dass du in ein paar Wochen vor einem Millionenpublikum gegen Interpreten wie die Kelly Family und Corinna May antreten müsstest.
Soares: Es war eine unglaublich anstrengende Zeit. Ich war so aufgeregt, denn es war mein erster großer Auftritt überhaupt, und dann gleich vor 10000 Leuten in der Halle. Vor mir war "Mundstuhl" dran, und ich hab hinter der Bühne ein bisschen getanzt um mich abzureagieren, was aber nicht wirklich geklappt hat. Besser wurde es erst als ich meine Familie in der ersten Reihe gesehen habe. Aber es war sowieso das Aufregendste, was mir bisher passiert ist, auch wenn ich hinterher von meinem Auftritt etwas enttäuscht war, da ich gemerkt habe, dass ich ein paar Töne nicht getroffen hatte. In dieser Akustik der Halle, voll mit den ganzen Menschen, habe ich mich nicht richtig gehört, und das hat mich natürlich geärgert. Bei der Generalprobe ist mir auch was ganz peinliches passiert: am Bühnenrand waren so kleine Gitter im Boden, wo ich mit meinem Absatz drin steckengeblieben bin, und fast auf die Nase gefallen bin. Alle standen um mich rum und ich hing fest.

Dann hat ja Corinna May gewonnen und du bist sechste geworden. Traurig?
Soares: Nee, ich war eigentlich nicht so enttäuscht. Anfangs schon, aber dann nicht mehr so sehr. Meine Single war die bestverkaufte vom Grand Prix, und darauf bin ich stolz.

Und bist du ein wenig schadenfroh, nach Corinna Mays Niederlage?
Soares: Nee, gar nicht, ich hätte gedacht, dass sie viel besser abschneidet, da sie eine tolle Show gemacht hat, und außerdem hätte ich es ihr gegönnt. Sie hat es schließlich dreimal versucht, und wird nun auch noch von Ralph Siegel so fertig gemacht. Er gibt ihr die ganze Schuld, und das ist extrem unfair. Dieter Bohlen war da anders. Der stand nach meinem Auftritt hinter der Bühne und hat mich gleich in den Arm genommen, Estefania hat sogar ein bisschen geweint. Es war einfach richtig süß. Dieter sehe ich zwar sonst nicht oft, nur mal auf Partys oder wenn wir ins Studio gehen, aber wir haben ein gutes Verhältnis.

Hast du denn Millane mal kennen gelernt? In den Medien giltst du ja immer als ihre Nachfolgerin, gibt es da Probleme?
Soares: Ja, die ist ganz süß. Mit der habe ich mich sehr gut verstanden. Probleme gibt es eigentlich nicht, sie schien sehr locker zu sein. Sie wird versuchen ihren Weg zu gehen, sie ist ein starkes Mädchen und wurde ja auch von den Medien ganz schön fertig gemacht. Nun rappelt sie sich wieder auf, das finde ich bewundernswert.

Millane hat ja am Ende ihre Lieder kritisiert, fand sie unter ihrem Niveau. Denkst du das manchmal auch wenn du "Like snow in June (dadedu)" singst?
Soares: Naja, das ist doch ein Sommerlied, ein Partylied, und von daher denke ich, das passt. Ich bin offen für jeden Art von Musik und würde zum Beispiel auch klassische Musik machen. Man muss sich ja irgendwie seinen Weg bahnen. Meine Lieder sind ja auch unterschiedlich. "Will my heart survive" war eher eine Ballade, das ist sehr erhebend einen Chor mit fünf Leuten zu haben. Aber ich mag auch meine süßen Tänzer, Talvin und Manuel, die bei den Tanznummern mit dabei sind.

Stimmt, du hast ja recht ausgefeilte Choreographien, wie oft probst du denn dafür?
Soares: Oft (lacht). Eigentlich immer. Tanzen ist leider nicht so ganz mein Ding, und von daher muss mir manchmal ganz schön in den Hintern getreten werden, dass ich mich da aufraffe, und die ganzen Schritte übe. Entweder mit meiner Choreographin oder sonst auch allein. Aber da muss ich wohl durch, wenn ich den Job machen will. Es ist ja auch nicht immer die gleiche Choreographie, manchmal sind das vier Tänzer, manchmal nur zwei, und wir improvisieren auch viel mit dem Publikum. Ich liebe das Publikum einfach und hänge mich dann richtig rein.

Was hat sich seit deinem Karrierestart für dich persönlich geändert?
Soares: Naja, ich habe im Moment leider keine Zeit mehr für die Schule, aber ich habe einen Abschluss gemacht, und will auch später weiter zur Schule gehen. Ich habe auch leider nicht mehr so viel Kontakt zu meinen Freunden, außer zu zwei Klassenkameradinnen. Ich habe einfach zu wenig Zeit.

Dann bleibt auch nicht viel Zeit für einen Freund, oder?
Soares: Nee, leider. Aber da fällt mir eine lustige Geschichte ein. Ich hatte ein Date mit einem ganz süßen Typen, und wir saßen in der S-Bahn. Auf einmal wunderte er sich warum es so stinken würde, also haben wir uns woanders hingesetzt, aber da stank es immer noch. Dann hat er unter seine Schuhe geguckt, dann ich, und ich war natürlich voll in einen Hundehaufen getreten. Dann hat er sich von mir weg gesetzt und es ist leider nichts draus geworden.

Was hast du denn für weitere Pläne?
Soares: Zur Zeit habe ich viele kleine Auftritte, wo ich meine neue Single "Like snow in June" präsentiere, natürlich auch "Will my heart survive", dann ein weiteres neues Lied "What’s going on" und außerdem singe ich immer noch ein paar Zeilen accapella, "Falling" von Alicia Keys, was ich auch beim Casting gesungen habe. Dann hoffe ich natürlich, dass irgendwann ein Album rauskommt, aber warten wir erst mal die Single ab. Die gibt es übrigens seit dem 10. Juni.

Hast du Idole?
Soares: Auf jeden Fall Alicia Keys. Die kommt aus ganz einfachen Verhältnissen und hat es bis nach ganz oben geschafft. Dann hat sie eine tolle Stimme und schreibt und produziert alles selbst. Ich komme selbst auch nicht aus den besten Verhältnissen und von daher bewundere ich sie.

Angenommen das Leben ist ein Comic, welche Figur bist du?
Soares: Das ist ganz leicht. "Mystique" von den X-Men. Die kann sich in alles verwandeln was sie möchte, sie erfindet sich immer neu. Das würde ich auch gerne können. Ich würde auch gerne Gedankenlesen können, so wie Mel Gibson in "Was Frauen wollen". Dann würde ich immer wissen was die Männer wollen!

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