Der Philosoph analysiert das Interview-Genre als „Mikrotheater“

Interviews über das Thema Interview können unter Umständen ganz schön trocken sein, doch das kurze Gespräch, das „Playboy“-Redakteur Christian Thiele mit dem Philosophen Peter Sloterdijk geführt und jetzt in seinem Blog veröffentlicht hat, bietet einige interessante, ungewöhnliche Ansichten (hier der Link).
Zum Beispiel betrachtet Sloterdijk die Befragung durch Journalisten als „Konfrontation mit Menschen, die Fragen stellen, nach Dingen, die sie nicht wirklich interessieren, oder nur sekundär interessieren, weil ein Berufsfragesteller keine natürlichen Fragen stellt“. (...) „Es ist ein Spiel mit einem falschen Interesse, das nicht das ist, was es zu sein vorgibt.“ Dies finde auf einer Bühne statt „wo so Mikrotheater gespielt wird“, meint Sloterdijk.
Gelungen sei ein Interview, „wenn beide Seiten es genügend überarbeitet haben, das heißt, wenn man die letzten Spuren der Original-Situation ausgetilgt hat, die nur das Rohmaterial für das Endprodukt hervorrufen.“
Ob es jetzt angesichts solcher Auffassungen gut oder schlecht ist, dass Sloterdijk öfter den Interviewten spielt als den Berufsfragesteller, darüber mag sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Christian Thiele übrigens hat im letzten Jahr das Buch „Interviews führen“ veröffentlicht, auf das wir hier gerne hinweisen.
(Übrigens II: Bei uns lest ihr demnächst ein Interview mit Alexander Kluge, rund ums Thema Interview.)
Autor: Jakob
Bildquelle: interviewsfuehren.wordpress.com
12:36 Uhr, am 24. Januar 2010 | Karl Wilhelm Goebel
Frage: Gilt das, was Sloterdijk sagt, auch für den Interviewer Alexander Kluge? Ist sein (vermutetes) Engagement nur eine perfide Maske?
» Meinem Sohn ist das scheiß egal, ob ich CDs verkaufe oder nicht, der sagt: Wo bleibst du?«
Besondere Begebenheiten (56) Gute Fragen, Schlechte Fragen (7) Autorisierung & Co (10) Interview-Bücher (9) In eigener Sache (39)
Focus Online 27.01.
sueddeutsche.de 14.01.
Berliner Morgenpost 14.01.
RP Online 14.01.
Frankfurter Rundschau 12.01.
Nigel Kennedy zählt zu den Promis unter den Geigern. Im ausführlichen Interview spricht er über Vielseitigkeit, Musikgeschmack, Erziehung und sein Verhältnis zu den Royals. VÖ: Dezember 2011
Sarah Kuttner legt mit "Wachstumsschmerz" ihren zweiten Roman vor. Wir sprachen mit ihr über die "Third Life Crisis", hässliches Fernsehen und warum sie kein Quotenbringer ist VÖ: Dezember 2011
Roland Kaiser über sein neues Leben, treue Fans, Klatschblätter und starke Frauen VÖ: Dezember 2011
Gary Oldman über seine schweigsame Rolle in „Dame, König, As, Spion“, Angst vor zu großen Fußstapfen und die Analog-Ära
Extremsportler Joey Kelly über seinen 900 Kilometer langen Deutschlandlauf, körperlichen Ausnahmezustand, Essen aus dem Mülleimer und das Leben in der Öffentlichkeit
Krimi-Autor Felix Huby über die Entwicklung, den Erfolg und den Abschied von seiner Lieblingsfigur: Kriminalhauptkommissar Ernst Bienzle