Der Rapper Sido will geduzt werden – nur drucken wollen viele das DU nicht.

Anfang Oktober 2009 trafen wir Sido zum Interview, anlässlich der Veröffentlichung des neuen Albums „Aggro Berlin“. Der Rapper saß an diesem späten Nachmittag in einem der gläsernen Büros im Haus seiner Plattenfirma Universal Music und hatte schon eine Reihe von Gesprächen hinter sich. Wie viele der Journalisten ihn denn gesiezt hätten, wollten wir zunächst wissen: „Keiner. Zum Glück. Ich hätte denen auch gleich eiskalt beim ersten ‚Sie’ das ‚Du’ angeboten.“
Man kann also davon ausgehen, dass der Rapper bei Interviews von den Journalisten i.d.R. auch geduzt wird. Und so ist es - auch wenn es am Inhalt eines Gesprächs nichts ändert - doch zumindest verwunderlich, warum so viele Zeitungen sich die Mühe machen und jede Frage nochmal nach 'Sie' umformulieren. Ist ein per ‚Du’ geführtes Interview etwa weniger seriös, äh sieriös?
Aber noch mal zum Interview: Wir haben uns entschieden, das 50-minütige Gespräch komplett zu veröffentlichen (nur ein paar redudante Stellen wurden rausgekürzt). Zum einen, weil es darin selbst um die Kürzung eines Interviews geht, das Sido mit Frank-Walter Steinmeier geführt hat, zum anderen, weil keine Antwort so uninteressant war, das man sie hätte weglassen können - zumindest unserer Meinung nach.
Autor: Jakob Buhre
Bildquelle: Universal Music
» Klassische Musik ist nicht die einzige Möglichkeit, deine Seele aufzubauen.«
Besondere Begebenheiten (56) Gute Fragen, Schlechte Fragen (7) Autorisierung & Co (10) Interview-Bücher (9) In eigener Sache (39)
Focus Online 27.01.
sueddeutsche.de 14.01.
Berliner Morgenpost 14.01.
RP Online 14.01.
Frankfurter Rundschau 12.01.
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