16. Februar 2010
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Badminton-Star Juliane Schenk über die anstehende Europameisterschaft, die Erfolgsaussichten der deutschen Teams und die Hoffnung auf mehr Öffentlichkeitswahrnehmung

© DBV
Vom 16. bis 21. Februar steigt im polnischen Warschau die Mannschafts-EM im Badminton. Dort wollen Deutschlands Männer und Frauen die dritten Plätze der EM 2008 wiederholen.Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen vor allem auf Star-Spielerin Juliane Schenk. Die 27-jährige ist Deutschlands Spitzenspielerin im Dameneinzel und seit Jahren bei internationalen Großereignissen und anderen Turnieren immer vorne mit dabei. Derzeit belegt Schenk Platz elf der Weltrangliste. Anfang Februar konnte sie ihren Titel als Deutsche Meisterin verteidigen.
"Wir haben beim Badminton nicht das Standing wie zum Beispiel Tennis. "
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Frau Schenk, am 16. Februar beginnt in Warschau die Mannschafts-EM im Badminton. Was überwiegt bei Ihnen: Anspannung oder Vorfreude?
Schenk: Definitiv Vorfreude. Mannschafts-Wettkämpfe sind bei uns eigentlich immer etwas Besonderes, weil wir im Badminton doch viele Individual-Wettkämpfe bestreiten.
Was ist das Besondere an einem Mannschafts-Turnier im Vergleich zu einem Individual-Wettkampf?
Schenk: Bei einem Mannschafts-Wettbewerb ist der Vorteil, dass es ein Mitspieler ausbügeln kann, wenn man selbst mal nicht den besten Tag hat. Pro Spiel gibt es drei Einzel- und zwei Doppelwettkämpfe. Bei solchen Wettbewerben rückt der Teamgeist auch sehr in den Vordergrund. Wir verstehen uns untereinander auch sehr gut und freuen uns schon sehr auf die EM.
Man kennt es ja vom Fußball und anderen Sportarten, dass vor solchen Großereignissen Trainingslager abgehalten werden. Gibt es auch im Badminton eine spezielle Vorbereitung?
Schenk: Nein da gibt es kein spezielles Programm. Wir hatten vom 4. bis 7. Februar die Deutsche Meisterschaft, die etwas von vorbereitendem Charakter hatte. In der Woche vor der EM haben wir als Damen-Nationalmannschaft zusammen in Mülheim an der Ruhr trainiert. Das ist aber in der Regel immer so.
Sie haben die Deutsche Meisterschaft schon angesprochen. In Bielefeld konnten Sie ihren Titel als amtierende Deutsche Meisterin souverän verteidigen. Da kann die EM ja kommen.
Schenk: Ja, ich bin schon gut drauf. Bei der Meisterschaft habe ich gute Leistungen gezeigt und bin insgesamt mit meinen Leistungen in diesem Jahr zufrieden. Von daher freue mich nun auf die internationale Herausfoderung.
Bei der letzten Mannschafts-EM 2008 im niederländischen Almere holten sowohl die Frauen als auch die Männer den dritten Platz und damit Bronze. Ist auch in diesem Jahr für Deutschland ein Doppel-Podiumsplatz wahrscheinlich?
Schenk: Ich denke schon. Die Konkurrenz ist groß, aber das Ziel ist es natürlich eine Medaille zu holen, um sich so für die Weltmeisterschaft im Mai in Kuala Lumpur zu qualifizieren.
Schon heute startet bei den Frauen das erste von drei Gruppenspielen gegen Island. Wie schätzen Sie den Gegner ein?
Schenk: In der Spitze sind uns die Spielerinnen bekannt. Island ist ein machbarer Gegner, dennoch müssen wir konzentriert zu Werke gehen und dürfen die Isländerinnen nicht unterschätzen.
Gegen Spanien und Schweden wird es dann aber schon etwas schwieriger.
Schenk: Ja, aber wir sind gesetzt in unserer Gruppe und bei unseren Ambitionen ist es notwendig, auch diese Mannschaften aus dem Weg zu räumen.
Sollten Deutschlands Damen das Viertelfinale erreichen, wartet dort höchstwahrscheinlich mit Bulgarien ein unangenehmes Team.
Schenk: Das ist sicherlich ein harter Brocken, da geht es ans Eingemachte. Die Chancen stehen 50:50. Das würde das bis dahin schwerste Spiel werden.
Die Männer bekommen es mit Bulgarien, Tschechien und Schottland zu tun. Machbar?
Schenk: Die Männer haben eine lösbare Gruppe und wollen natürlich auch eine Medaille holen und sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Sie haben einen breiten und erfahrenen Kader. Ich denke, sie werden eine gute Rolle spielen.
Wen sehen Sie bei den Frauen als größten Konkurrenten um die Medaillen?
Schenk: Für uns erst mal Bulgarien, weil es im Viertelfinale da um die Qualifikation für die Vorschlussrunde geht. Darüber hinaus natürlich die gesetzten Teams wie zum Beispiel Dänemark. Aber auch die Russinnen sind gefährlich, obwohl sie nicht gesetzt sind.
Der Badminton-Sport hat es in Deutschland schwer, steht nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Wünschen Sie sich mehr Beachtung?
Schenk: Wir haben nicht das Standing wie zum Beispiel Tennis. Die Aufmerksamkeit ist nicht befriedigend, das wollen wir unbedingt ändern. Die EM bietet jetzt die Chance mit guten Ergebnissen auf uns aufmerksam zu machen. Diese Möglichkeit wollen wir nutzen.
Sie persönlich stehen zurzeit auf dem elften Platz der Weltrangliste.Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?
Schenk: Da gibt es nach oben eigentlich keine Grenzen. Ich möchte so viele Medaillen wie möglich gewinnen. Auch Olympia 2012 ist schon im Hinterkopf. Dort möchte ich angreifen.
Online-Version: http://www.planet-interview.de/index.php?id=1245 | © planet-interview.de | Foto: DBV
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