20. Dezember 2008
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Helge Schneider über Musik, Filme, Flugangst und Barack Obama

© helge-schneider.de
Er ist der wohl schrägste Musiker der Republik, sein Humor einzigartig, seine Bühnenshows spektakulär. Seine nächste Tournee, die am 14. Februar 2009 in Bielefeld beginnt, läuft unter dem Titel "Wullewupp Kartoffelsupp". Wir trafen Helge Schneider Mitte November nach einer Pressekonferenz in Berlin und stellten ihm Fragen, die ihr im Userview gestellt habt.

"Ich lebe nicht für die Masse."
Voriges Zitat"Wenn man einmal sagt, man kann fliegen, dann muss man immer gleich überall sein."
Voriges Zitat""
Diese Video-Fassung des Interviews wurde unabhängig von der Print-Fassung erstellt. Sie enthält nur ausgewählte Interview-Passagen, von denen die schriftliche Fassung formal abweichen kann. Videoproduktion: Tobias Günthner
Beim Userview stellt ihr die Fragen. Wir kündigen euch einen Interview-Partner an - und dann seid ihr dran: Im Formular könnt ihre eure Fragen stellen (ohne Registrierung möglich) und die Fragen anderer Leser bewerten (erfordert Registrierung). Die besten 10 Fragen werden von uns im Interview gestellt und die beste Frage mit einem Preis honoriert. Das geführte Interview erscheint wenige Tage später exklusiv auf Planet Interview.
Wir behalten uns vor, beleidigende, rassistische oder sonstwie menschenverachtende Fragen kommentarlos zu löschen. Doppelte Fragen werden ebenfalls gelöscht.
Herr Schneider, was war die schrägste Frage, die Ihnen je ein Reporter gestellt hat? (Daniel Theba)
Schneider: Keine Ahnung, da fällt mir jetzt nichts ein.
Bei welcher Musik weinen Sie? (mim)
Schneider: Das ist Musik, die mit Erinnerungen zusammenhängt, mit bestimmten Situationen. Vielleicht so ein Pop-Song, den man damals in der Disko gehört hat. Wenn ich mit einem Mädchen getanzt habe – die dann aber später mit einem Doktor-Sohn gegangen ist und mich sitzen gelassen hat. Vielleicht „Je T’aime“ von Gainsbourg?
Gegen was würden Sie Ihr Klavier eintauschen? (mim)
Schneider: Gegen gar nichts. Ich würde mein Klavier nie gegen etwas eintauschen wollen.
Helge, hast du eigentlich nach "Mein Führer" keine Ambitionen, als Kinoschauspieler weitere Filme zu drehen? (chronistderwinde)
Schneider: Ambitionen schon, aber ich habe nicht so viel Geld, Filme selbst zu produzieren. Meine Romanfigur „Rodriguez Faszanatas“ könnte ich mir als Filmfigur vorstellen. Das ist ein Heiratsschwindler. Das Problem ist, dass man immer mit Produzenten oder Regisseuren arbeiten muss. Die haben meist andere Ideen und einen anderen Geschmack.
Helge, ich habe gelesen, dass du Flugangst hast - ist das immer noch so, oder hast du die Angst inzwischen besiegt? (Melanie)
Schneider: Ich habe keine Flugangst, aber ich bin trotzdem bisher nur insgesamt vier Mal in meinem Leben geflogen. Einmal zum Beispiel nach Gran Canaria und da habe ich im Flugzeug Akkordeon gespielt.
Es ist doch so: Wenn man einmal sagt, man kann fliegen, dann muss man immer gleich überall sein, morgens in Wien, abends in München. Mein Vorbild ist sozusagen Adriano Celentano, der irgendwann in den 70ern Filmangebote aus den USA bekam. Er hat sie nicht angenommen, weil er gesagt hat: Ich fahre nur mit der Eisenbahn.
Aber vielleicht kann man ja irgendwann nach Amerika wandern. Wer weiß.
Herr Schneider, Sie sind ein genialer Musiker, ein Virtuose! Trotzdem verdienen Sie weit mehr Geld damit, skurrilen Quatsch zu veranstalten. Bei allem Erfolg - ärgert Sie das nicht manchmal? (Stefan/Felge)
Schneider: Nein, mich hat das nie gestört, weil die Fähigkeiten, die ich als Musiker habe, die werden schon geschätzt. Aber eben vielleicht nicht von so vielen. Und ich bin immer der Meinung: Es kommt nicht auf die Masse an. Ich lebe nicht für die Masse, sondern ich mache die Arbeit ja irgendwo auch für mich. Und deshalb ist mir das auch egal, wie viele jetzt sagen, dass ich beispielsweise gut Klavier spiele. Das interessiert mich eigentlich gar nicht. Hauptsache ich kann das, was ich mache, vertreten. Und Hauptsache es macht mir Spaß.
Herr Helge, was würden Sie tun, wenn sie gezwungen wären, an Obamas Stelle das Amt des nächsten amerikanischen Präsidenten zu übernehmen? (Felge)
Schneider: Meine erste Amtshandlung? Amerika umbenennen vielleicht? – Also, da bin ich vollkommen überfragt. Es gibt so viele Sachen, die man machen müsste, die dann einer von denen aber sowieso nicht machen könnte, weil er sonst sofort wieder aus dem Amt raus wäre, ganz klar.
Trotzdem, gibt es vielleicht eine konkrete Sache, die Sie tun würden?
Schneider: Vielleicht würde ich erst mal im eigenen Land anfangen, die Indianer zu respektieren. Und darauf zurückzukommen, was Amerika sich als Weltpolizist eigentlich einbildet. Wir wissen nicht, was jetzt auf uns zukommt. Ich glaube nicht, dass der Obama aus dem Irak alle Soldaten abzieht. Er hat ja auch schon in Deutschland dafür geworben, dass wir deutsche Soldaten nach Afghanistan schicken.
Was ich als Präsident machen würde, würde sicher mit diesen Dingen zusammenhängen. Aber ich bin kein Politiker und ich möchte auch keiner sein. Und deshalb ist das so hypothetisch, da mache ich mir keine Gedanken drüber.
Was macht eigentlich 00 Schneider? (Thorsten)
Schneider: Oh, vergessen, lange nichts von dem gehört. Ich muss mal gucken, ob der Mantel noch da hängt.
Lieber Herr Schneider, bitte ordnen Sie die folgenden fünf Begriffe absteigend nach deren Relevanz für Ihre persönliche Glückseligkeit im Leben: Motorrad, Sex, Nutella, Religion, Familie. (Daniel)
Schneider: - Antwort siehe Video -

Helge Schneider über (Alltags-)Drogen und das Geheimnis der Möhre

Helge Schneider über seine Rolle als Hitler in "Mein Führer" und was er von Vergangenheitsbewältigung hält
DerWesten, 16.12.2009
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2008
Sonntagsblick, 30.12.2006
Süddeutsche Zeitung, 04.06.2005
laut.de, 27.03.2004
Netzeitung, 11.03.2003
Online-Version: http://www.planet-interview.de/index.php?id=966 | © planet-interview.de | Foto: helge-schneider.de
16:29 Uhr, am 21. Dezember 2008 | myheadphones
Sehr schöne Idee!
» Die Wirtschaftsordnung in Deutschland ist nicht im Interesse der meisten Bürger.«
Focus Online 27.01.
sueddeutsche.de 14.01.
Berliner Morgenpost 14.01.
RP Online 14.01.
Frankfurter Rundschau 12.01.
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